Wie war noch mal Ihr Name?

Das kennt jeder. Sie rufen an, landen bei einer Vorzimmerdame, stellen sich kurz vor, hinterlegen Ihren Wunsch, mit Herrn Soundso zu sprechen und bekommen die Antwort: „Wie war noch mal Ihr Name?“ „Er war nicht,“ sage ich dann immer, „er ist noch!“

Flash ist Pflicht!

Hören Sie doch mal rein


Denn wie, bitte, kommt jemand auf die abwegige Idee, mein Name hätte sich plötzlich geändert. Mein Name ist in dieser Sekunde derselbe wie vor einer Stunde, vor vier Tagen oder vor 25 Jahren.

Oder wie fühlen Sie sich in dieser Situation? Sie stehen bei Firma XY am Empfang, melden sich für den Termin mit Herrn Müller an, die Empfangsdame greift zum Telefon, erreicht Herrn Müller und sagt dann so laut, dass ich es nicht überhören kann: „Herr Müller, ein Herr Kresse ist für Sie da.“ – Nein! Nicht irgendein Herr Kresse, sondern Herr Kresse.

Nun weiß ich, dass selbst kurze Begrüßungen nicht zu den einfachen Übungen im Zwischenmenschlichen zählen. Kommunikation ist eben kompliziert. Umso mehr, wenn sie auch noch charmant ausfallen soll.

Auch mit den Anreden in Briefen oder E-Mails tun sich viele Schreiber schwer. Vor allem Jüngere schrecken vor dem förmlichen „Sehr geehrte Frau …“ ebenso zurück wie vor dem fast intimen „Liebe Frau …“ und behelfen sich mit „Hallo Frau …“. Nun mag das im Privaten noch angehen – in Geschäftsbriefen oder -Mails hat das saloppe „Hallo“ nichts verloren. Schon gar nicht gegenüber Kunden. Wie wäre es denn mit „Guten Tag, Frau …“

Schön sind auch die gedrechselten Formulierungen bei kleinen Empfängen. Dies beginnt schon mit dem sprachlichen Schwachsinn: „Ich begrüße alle Anwesenden und freue mich, dass Sie so zahlreich gekommen sind.“ Erstens ist eine Begrüßung der Nichtanwesenden wenig sinnvoll. Zweitens ist niemand zahlreich gekommen. Jeder, auch der Herr ganz links hinten in der Ecke, ist einzeln gekommen.
Kaum weniger intelligent ist es, wenn es im zweiten Satz heißt: „Und ganz persönlich begrüße ich Herrn Senator …“ Es wäre spannend sich vorzustellen, wie die unpersönliche Begrüßung ausfiele.

Nun sind alle beisammen, man stellt sich vor. Ich höre dann Sätze wie: „Ich bin der Kevin!“ Ja wie? Dieser Kevin? Der einzige Kevin auf der westlichen Halbkugel? Nein. Sicher nicht. Deshalb heißt es: „Ich bin Kevin Meier.“

So kompliziert wie die Begrüßung ist oft der Abschied. In Brief und E-Mail geht das vergleichsweise einfach. Die „freundlichen Grüße“ passen fast immer. Sympathischer klingen „die besten Grüße“. Und mündlich? Da haben Sie alle Freiheiten. Bis auf eine. Übersetzen Sie nicht einfach die amerikanische Standardformel „see you“. Denn wenn „Wir sehen uns“ Ihre Abschiedsworte sein sollten, verwirrt das nur. „Wann sehen wir uns?“ will Ihr Gegenüber dann wissen. Das Hier und Jetzt wird ja wohl nicht gemeint sein.


Herzlichst, Ihr Klaus Kresse

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Sprachsalat

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