Die Rache des China-Mannes
Auch das noch! Jetzt überholen uns die Chinesen sogar bei den Medienumsätzen.
Bitter ist das. Richtig bitter. Erst drücken uns die Chinesen mit zweistelligem Wachstum von der Überholspur. Nehmen uns den Titel des Exportweltmeisters. Und klettern auf der Hitliste der Wirtschaftsnationen weiter nach oben. Jetzt toppen sie uns sogar da, wo Deutschland in der Champions League spielt: im Mediengeschäft.
Egal, ob es um Zeitungen geht, um Zeitschriften, Rundfunk oder Fernsehen: Deutsche Medien sind extrem erfolgreich. In punkto Qualität ganz oben. In Sachen Innovation weit vorn. Beim Geldverdienen vorbildlich – zumindest bis zur Krise 2008 ff.
Oder sollten wir besser sagen: Das war so? Ist jetzt Vergangenheit? Und zwar endgültig?
Die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers stellt gravierende Verschiebungen fest. In der neuesten Ausgabe der jährlichen PwC-Studie „Global Entertainment and Media Outlook“ heißt es schmucklos: In der Medienbranche wird China im kommenden Jahr 95 Milliarden US-Dollar umsetzen, Deutschland nur 92 Milliarden. Größer sind dann lediglich noch die Medienmärkte in den USA (446 Milliarden US-Dollar) und in Japan (171 Milliarden).
Schlecht für Deutschland? Sagen wir mal so: Der Aufstieg Chinas ist, wie er ist. 1,33 Milliarden Chinesen gegen 82 Millionen Deutsche – da ist die Zukunft vorgezeichnet.
Aber auch im Mediengeschäft ist Klasse zuweilen besser als Masse. Weshalb PwC zu den Zahlen auch noch die Roadmap liefert: „Chinas Medienmarkt bietet … ein enormes Potenzial. Westliche Konzerne sollten daher Geschäftsmodelle entwickeln, die den besonderen Marktbedingungen Rechnung tragen.“
Und da kommt Phantasie ins Spiel. Denn nach dem Fall des Eisernen Vorhangs waren deutsche Medienhäuser auf den neuen Ostmärkten besonders erfolgreich. Vielleicht ist die Rache des China-Mannes ja sogar eine Chance.
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